Wissen
Druck-Glossar: Fachbegriffe verständlich erklärt
Von Anschnitt bis Wire-O: Hier erklären wir die Begriffe, die Ihnen bei Druckdaten, Angeboten und Mustern begegnen. Fehlt ein Begriff? Fragen Sie uns – wir erklären ihn gerne und ergänzen das Glossar.
A · B · C · D · E · F · G · H · K · L · N · O · P · R · S · T · U · V · W
A
Abwicklung
Die flach ausgebreitete Form einer Faltschachtel oder Mappe mit allen Klebelaschen, Rill- und Schnittlinien. Auf die Abwicklung wird die Gestaltung angelegt; wir stellen sie Ihnen als Datei zur Verfügung.
AM-Raster
Amplitudenmoduliertes Raster: Die Rasterpunkte stehen in gleichmäßigem Abstand und werden je nach Tonwert größer oder kleiner. Das klassische Raster im Offsetdruck. Gegenstück: FM-Raster.
Andruck
Ein Probedruck auf der Auflagenmaschine mit dem Auflagenpapier. Sehr aussagekräftig, aber aufwendig – heute meist durch einen farbverbindlichen Proof oder ein Digitaldruck-Muster ersetzt.
Anschnitt
Bilder und Farbflächen, die bis an den Rand reichen sollen, werden über das Endformat hinaus angelegt – meist 3 mm an jeder Seite. Dieser Überstand wird nach dem Druck abgeschnitten und verhindert weiße Blitzer an den Kanten.
Auflösung
Die Bildpunkte pro Zoll in der späteren Druckgröße. Für Fotos sind mindestens 300 ppi üblich, für reine Strichzeichnungen ohne Graustufen 1.200 ppi. Bilder aus dem Internet haben meist zu wenig Auflösung für den Druck.
Ausschießen
Die Seiten werden so auf dem Druckbogen angeordnet, dass nach dem Falzen und Beschneiden die Reihenfolge stimmt. Das übernimmt unsere Druckvorstufe – Sie liefern Einzelseiten.
Aussparen
Liegt eine Farbe auf einer anderen, wird die untere an dieser Stelle ausgespart, damit sich die Farben nicht mischen. Gegenstück: Überdrucken.
B
Banderole
Ein Papierstreifen, der um Karten, Mappen oder Verpackungen gelegt wird. Hält mehrere Teile zusammen und ist eine schöne Fläche für Logo, Gruß oder Veredelung.
Mehr: Weihnachtskarten für Firmen →
Beschnitt
Das Zuschneiden der gedruckten Bogen auf das Endformat. Bei Broschüren meist dreiseitig – oben, unten und an der offenen Seite.
Blindprägung
Eine Prägung ohne Farbe oder Folie: Das Motiv entsteht nur durch Licht und Schatten. Wirkt besonders edel auf schweren Naturpapieren.
Bogenoffset
Offsetdruck auf einzelne Papierbogen statt von der Rolle. Das gängige Verfahren für hochwertige Drucksachen in kleinen bis mittleren Auflagen.
Bundzuwachs
Bei rückendrahtgehefteten Broschüren schieben sich die inneren Bogen nach außen. Damit Texte nicht zu nah an den Rand rücken, gleichen wir das beim Ausschießen aus.
C
Cellophanierung
Eine hauchdünne Folie wird auf den Druckbogen kaschiert – matt, glänzend, kratzfest oder als Softtouch. Schützt Umschläge und Verpackungen vor Abrieb und Fingerabdrücken.
CMYK
Die vier Prozessfarben Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz (Key). Aus ihnen werden fast alle Farbtöne im Druck gemischt. Druckdaten sollten in CMYK oder mit passendem Farbprofil angelegt sein.
CO₂-Ausgleich
Die beim Druck entstehenden, berechneten CO₂-Emissionen werden über zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Achtung bei der Kennzeichnung: Nach neuen EU-Regeln gegen Greenwashing dürfen Produkte gegenüber Verbrauchern nicht mehr allein wegen eines Ausgleichs als „klimaneutral“ beworben werden. Wir beraten Sie, wie Sie den Ausgleich korrekt ausweisen.
D
Digitaldruck
Druck ohne Druckplatten direkt aus den Daten. Wirtschaftlich für kleine Auflagen, Muster und personalisierte Drucksachen – jedes Exemplar kann anders sein. Wir drucken digital vierfarbig und einfarbig.
Dispersionslack
Ein wasserbasierter Schutzlack, der vollflächig aufgetragen wird. Er schützt den Druck vor Abrieb und lässt ihn je nach Lack matt oder glänzend wirken.
Druckfreigabe
Ihre verbindliche Bestätigung, dass Daten, Proof oder Muster so gedruckt werden sollen. Ab der Freigabe beginnt die Produktion – und die Lieferzeit zählt.
E
Endformat
Das Format des fertigen Produkts nach dem Beschnitt, zum Beispiel DIN A4. Bei gefalzten Produkten unterscheidet man zwischen offenem und geschlossenem Format.
F
Fadenheftung
Die Bogen eines Buchs werden mit Fäden zusammengenäht. Fadengeheftete Bücher liegen flach auf und halten besonders lange – ideal für Bildbände und Nachschlagewerke.
Faltschachtel
Eine Verpackung aus Karton, die flach geliefert und erst beim Befüllen aufgerichtet wird. Wir entwickeln, drucken, stanzen und kleben Faltschachteln – auf Wunsch richten wir sie auch auf.
Falzarten
Je nach Anzahl und Richtung der Brüche entstehen unterschiedliche Falzungen: Einbruchfalz (Klappkarte), Wickelfalz (Flyer, die nach innen gefaltet werden), Zickzack- oder Leporellofalz und Kreuzbruch (Bogen für Bücher und Broschüren).
Farbmanagement
Abgestimmte Farbprofile für Monitor, Proof und Druckmaschine sorgen dafür, dass die Farbe am Bildschirm, im Proof und im Druck möglichst gleich aussieht. Wir arbeiten mit Color Management nach FOGRA.
Farbprofil
Eine Datei (ICC-Profil), die beschreibt, wie Farben auf einem bestimmten Papier gedruckt werden. Für Offsetdruck nach PSO sind zum Beispiel PSO Coated v3 für gestrichene und PSO Uncoated v3 für ungestrichene Papiere üblich. Fragen Sie uns, welches Profil zu Ihrem Papier passt.
FM-Raster
Frequenzmoduliertes Raster: Sehr kleine, gleich große Punkte, deren Dichte den Tonwert bestimmt. Bildet feine Details und Verläufe ohne sichtbares Rastermuster ab – besonders schön auf Naturpapier.
FSC®
Das Siegel des Forest Stewardship Council steht für Papier aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern. Druckereien brauchen eine eigene Zertifizierung (Produktkette), um das Siegel aufdrucken zu dürfen – unsere Nummer ist FSC® C006957.
Fulfillment
Alle Leistungen nach dem Druck: Lagern, Kommissionieren, Verpacken, Versenden und Retouren bearbeiten.
Mehr: Lettershop & Fulfillment →
G
Gestrichenes Papier
Papier mit einer glatten Oberflächenschicht (Strich). Farben wirken brillant, Fotos besonders scharf. Erhältlich in matt, seidenmatt und glänzend. Gegenstück: Naturpapier.
Grammatur
Das Flächengewicht von Papier in Gramm pro Quadratmeter (g/m²). Übliche Werte: 80–120 g/m² für Briefpapier, 135–170 g/m² für Broschüreninhalte, ab 250 g/m² für Karten und Umschläge.
H
Heißfolienprägung
Eine Metall- oder Farbfolie wird mit einem beheizten Prägestempel auf das Papier übertragen. Ergibt glänzendes Gold, Silber oder Kupfer – auch auf dunklen und strukturierten Papieren.
HKS
Ein in Deutschland verbreitetes System von Sonderfarben, oft für Hausfarben von Unternehmen. Vergleichbar mit Pantone.
K
Kaschieren
Das flächige Verkleben zweier Materialien, etwa von bedrucktem Papier auf Graukarton für stabile Schachteln, Mappen oder Buchdecken.
Klebebindung
Die Bogen werden am Rücken angefräst und mit Klebstoff in einen Umschlag eingehängt. Mit PUR-Klebstoff besonders haltbar und gut aufschlagbar. Typisch für Kataloge, Softcover-Bücher und hochwertige Broschüren.
Konfektionierung
Das Zusammenstellen mehrerer Teile zu einem fertigen Produkt: Mappen bestücken, Sets packen, Beilagen einlegen. Bei uns von Hand oder maschinell.
Mehr: Lettershop & Fulfillment →
Konturstanzung
Eine Stanzung entlang einer freien Form, zum Beispiel einer Silhouette oder eines Logos. Macht aus Karten, Umschlägen und Verpackungen ein Unikat.
L
Laufrichtung
Die Fasern im Papier liegen überwiegend in einer Richtung. Sie sollte parallel zum Bund oder Falz verlaufen – sonst bricht der Falz, Bücher schlagen schlecht auf und Kalender wellen sich.
Lettershop
Personalisieren, Falzen, Kuvertieren, Frankieren und Einliefern von Mailings bei der Post – portooptimiert.
Mehr: Lettershop & Fulfillment →
Loseblattsammlung
Einzelne, gelochte Blätter in einem Ordner oder einer Mappe, oft mit Registern. Einzelne Seiten lassen sich austauschen, ohne alles neu zu drucken – typisch für Handbücher und Anleitungen.
N
Naturpapier
Ungestrichenes Papier mit offener, griffiger Oberfläche. Wirkt natürlich und hochwertig, nimmt Prägungen gut auf; Farben erscheinen etwas weicher als auf gestrichenem Papier.
Nuten
Bei dickem Karton wird entlang der Falzlinie ein schmaler Span herausgefräst, damit sich der Karton sauber und ohne Bruch falten lässt.
Nutzen
Die Anzahl gleicher Exemplare, die auf einem Druckbogen Platz finden. Mehr Nutzen pro Bogen senken die Kosten pro Stück.
O
Offsetdruck
Das Standardverfahren für hochwertige Auflagen: Die Farbe wird von einer Druckplatte über ein Gummituch auf das Papier übertragen. Wirtschaftlich ab mittleren Auflagen, mit großer Papierauswahl.
P
Pantone
Ein weltweit verbreitetes System von Sonderfarben (Pantone Matching System). Viele Markenfarben sind als Pantone-Ton definiert – auch unser Rot, Pantone 7427 C.
Passer
Die exakte Deckung der einzelnen Druckfarben übereinander. Passermarken außerhalb des Endformats helfen, sie an der Maschine zu kontrollieren.
PDF/X
Ein Standard für druckfertige PDF-Dateien: Schriften sind eingebettet, Farben eindeutig definiert. PDF/X-4 erhält zusätzlich Transparenzen. Die sicherste Art, Druckdaten zu liefern.
PEFC
Ein Siegel für Holz und Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, vergleichbar mit FSC®. Wir sind für beide Systeme zertifiziert.
Perforation
Eine Reihe feiner Einschnitte, an der sich ein Teil sauber abtrennen lässt – etwa bei Antwortkarten, Kalenderblättern oder Coupons.
Personalisierung
Jedes Exemplar bekommt eigene Inhalte, etwa Name, Anrede oder Gruß – im Digitaldruck direkt aus einer Adressliste.
Mehr: Weihnachtskarten für Firmen →
PPWR
Die EU-Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation). Sie stellt neue Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Kennzeichnung und Nachweise von Verpackungen. Wir stellen Zertifikate und Nachweise bereit.
Mehr: Verpackungs-Lohnfertigung →
Prägestempel
Das Werkzeug für Heißfolien-, Blind- und Reliefprägungen, meist aus Magnesium oder Messing. Einmal angefertigt, kann es für Folgeaufträge wiederverwendet werden.
Proof
Ein farbverbindlicher Ausdruck, der das spätere Druckergebnis simuliert. Er dient zur Abstimmung und Freigabe der Farben vor dem Auflagendruck.
PSO
Der ProzessStandard Offsetdruck nach ISO 12647-2 legt fest, wie Farben gedruckt und geprüft werden. Wer nach PSO arbeitet, liefert reproduzierbare Farben – wir sind dafür zertifiziert.
R
Raster
Fotos und Farbverläufe werden für den Druck in winzige Punkte zerlegt, die das Auge zu Flächen und Farbtönen verschmilzt. Siehe AM-Raster und FM-Raster.
Register
Bei Ordnern und Handbüchern: Trennblätter mit seitlich herausragenden Laschen (Taben), über die man ein Kapitel direkt aufschlägt.
Relieflack
Ein dick aufgetragener UV-Lack, der fühlbar erhaben auf dem Papier steht. Macht Logos, Schriften und Muster zum Tasterlebnis.
Reliefprägung
Eine Prägung, bei der das Motiv erhaben aus dem Papier tritt (Hochprägung) oder vertieft wird (Tiefprägung). Lässt sich mit Heißfolie kombinieren.
RGB
Die Farben Rot, Grün und Blau, mit denen Bildschirme arbeiten. RGB-Daten müssen für den Druck in CMYK umgerechnet werden; sehr leuchtende Töne lassen sich dabei nicht immer exakt treffen.
Rillen
Eine Linie wird in Karton oder dickes Papier eingedrückt, damit es sich sauber falzen lässt, ohne an der Kante zu brechen.
RIP
Der Raster Image Processor rechnet die Druckdaten in druckbare Rasterpunkte um. Dabei werden auch Fehler in Dateien sichtbar, die am Bildschirm nicht auffallen.
Rückendrahtheftung
Gefalzte Bogen werden ineinandergelegt und im Falz mit Drahtklammern geheftet. Schnell und wirtschaftlich für Broschüren, Magazine und Programmhefte mit geringerem Umfang.
S
Sammelform
Mehrere Aufträge mit gleichem Papier und gleichen Farben werden gemeinsam auf einem Bogen gedruckt. Spart Material und Kosten.
Softtouch
Eine Cellophanierung mit samtig-weicher Oberfläche. Fühlt sich hochwertig an und unterstreicht dunkle, matte Gestaltungen.
Sonderfarbe
Eine eigens angemischte Druckfarbe, etwa nach Pantone oder HKS. Für Markenfarben, Metallic- und Leuchttöne, die sich aus CMYK nicht genau mischen lassen.
Stanzform
Ein Werkzeug mit Messern und Rillstegen, mit dem Konturen ausgestanzt und Falzlinien gerillt werden. Alternativ schneiden und rillen wir digital – ganz ohne Stanzform und in jeder Stückzahl.
Strukturpapier
Papier mit fühlbarer Oberfläche, zum Beispiel Leinen-, Filz- oder Rippenstruktur. Bringt Haptik ins Spiel und harmoniert gut mit Heißfolie und Prägung.
T
Tonwertzunahme
Rasterpunkte werden beim Druck etwas größer, als sie in den Daten angelegt sind; Bilder wirken dadurch dunkler. Im PSO ist festgelegt, wie stark – das Farbprofil berücksichtigt es.
U
Überdrucken
Eine Farbe wird ohne Aussparung auf eine andere gedruckt, etwa schwarze Schrift auf Farbflächen. Verhindert Blitzer, muss aber in den Daten bewusst angelegt sein.
Überfüllung
An den Grenzen zweier Farbflächen wird eine minimale Überlappung erzeugt, damit bei kleinen Passerschwankungen keine weißen Blitzer entstehen.
UV-Lack
Ein Lack, der unter UV-Licht sofort aushärtet. Partiell aufgetragen setzt er glänzende Akzente auf matten Flächen, vollflächig sorgt er für starken Glanz und Schutz.
V
Volumen
Gibt an, wie dick ein Papier im Verhältnis zu seinem Gewicht ist. Papier mit hohem Volumen wirkt bei gleicher Grammatur kräftiger – wichtig für Griff und Rückenstärke von Büchern.
W
Weißmuster
Ein unbedrucktes Muster aus dem Originalmaterial. Zeigt vorab, wie sich Format, Papier, Bindung und Gewicht anfühlen – etwa bei Büchern, Mappen oder Verpackungen.
Wire-O-Bindung
Eine Drahtkammbindung: Ein doppelter Drahtkamm hält die gelochten Blätter. Die Seiten lassen sich um 360 Grad umschlagen – ideal für Kalender, Notizbücher und Handbücher.

